Interview geben: Vorbereitung, Tipps und typische Fehler

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Aktualisiert am 5. März 2026
  • Wenn Du Journalisten ein Interview geben willst, analysiere vorher Medium, Sendung und Interviewer.
  • Kläre mit dem Journalisten/der Journalistin ab, was das Ziel und die Zielgruppe sind, die Interviewlänge und den Interview-Ort.
  • Formuliere deine Kernbotschaften anschaulich und mit Beispielen vor, damit sie als Antwort im Presseinterview als O-Ton, bzw. Zitat dienen können. 

Du sollst ein Interview geben und weißt nicht, was auf dich zukommt? In diesem Leitfaden erfährst du, wie du dich auf Interviews mit Journalisten vorbereitest, welche Fragen typischerweise gestellt werden und wie du souverän antwortest.

In diesem Artikel lernst du:

  • was bei einem Interview von dir erwartet wird,
  • welche Fragen typischerweise kommen,
  • wie du dich vorbereitest,
  • welche Fehler du nicht machen solltest.

Interview geben

Interview geben: Die Vorbereitung

Was Du mit dem Interviewer klären solltest

Meldet sich ein Journalist oder eine Journalistin oder ein Podcaster bei Dir, weil er oder sie ein Interview mit Dir führen möchte, dann kläre vorab folgende Fragen:

  • Was ist das Ziel des Interviews, in welchem Kontext wird es verwendet?
  • Worum genau soll es in dem Interview gehen?
  • Wo soll das Interview später in welcher Form erscheinen?
  • Wie wird das Interview geführt, schriftlich, mündlich, live im Radio oder vor der Kamera für das Fernsehen?
  • Wo und in welcher Situation wird das Interview geführt: in deinem Wohnzimmer oder Büro, in einem Studio oder an einem belebten Ort, weil es beispielsweise für ein Radioformat lebendige Hintergrund-Geräusche haben soll?
  • Bekommst Du die Fragen vorher mitgeteilt? Bei einem Live-Interview im Radio ist das z. B. eher der Fall als bei einem Interview, das aufgezeichnet und später bearbeitet wird.

So bereitest Du dich auf das Interview vor

  • Schau dir das Medium intensiv an
    Welche Zielgruppe bedient es, wer liest es, wer schaut die Sendung, wer hört den Podcast? Daran orientieren sich die möglichen Fragen und dein Antwort-Stil: eher förmlich und fachlich oder locker und mit anschaulichen Beispielen.
  • Versetze dich in die Lage der Fragenden
    Was will der Interviewende von mir wissen? Welche Fragen könnte er oder sie stellen, um mich und mein Thema einem breiten Publikum vorzustellen? Notiere dir mögliche Fragen und die Antworten darauf. Übe mit der KI.
  • Formuliere deine Kernbotschaften
    Journalisten suchen nach klaren und zitierfähigen Aussagen. Bereite also deine Kernbotschaften in kurzer,  anschaulicher und verständlicher Form vor, die Du im Interview rüberbringen möchtest.
  • Bereite Beispiele vor
    Beispiele machen alles bildhafter, näher, interessanter und sie bleiben im Gedächtnis. Überlege dir also, welche Beispiele du nennen oder erzählen könntest. 
  • Informiere dich über dein Thema
    Was war in jüngster Zeit zu deinem Thema in den Medien? Es ist wichtig, dass Du über Diskussionen zu deinem Thema informiert bist. Medien wollen und müssen aktuell sein, es könnte also auch um die neuesten Entwicklungen bei deinem Thema gehen. 

Die wichtigsten Schritte bei der Vorbereitung auf ein Interview:

  • Thema und Zielgruppe klären
  • Kernbotschaften formulieren
  • Beispiele vorbereiten

Typische Fragen von Journalisten im Interview

Journalisten und Journalistinnen fragen keineswegs immer das gleiche. Aber ein paar typische Fragen in Interviews gibt es schon. Sie sollen dein Thema, dein Business, deinen Service oder dein Buch für Leserinnen und Zuschauerinnen besser verständlich machen.

Was in Presseinterviews, Radiointerviews, TV-Interviews oder in Podcasts oft gefragt wird:

  • Was macht Ihren Service besonders und unterscheidet Sie von anderen?
  • Wie haben Sie (mit Ihren Service, Business etc.) angefangen?
  • Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen? 
  • Für wenn ist Ihr Angebot (Beratung, Buch, Produkt) gedacht?
  • Warum ist dieses Thema wichtig?
  • Was raten Sie Betroffenen?
  • Können Sie anhand eines konkreten Beispiels erklären, wie Ihr Service/Produkt/Beratung wirkt?  

Fehler im Interview: Was Du nicht sagen solltest

  • Erzähl keine Märchen
    Mach Dir bewusst, dass alles, was Du sagst, eventuell auch gedruckt oder gesendet wird! Deine Antworten sollten also zwingend wahrhaft, korrekt und freundlich sein.

  • Mach keine plumpe Werbung
    Die Journalistin oder der Journalist hat ein ehrliches Interesse an dir und deinem Thema. Bedeutet: Du wirst zu deiner Expertise befragt- und nicht, um dein Thema, dein Produkt oder dein Unternehmen möglichst positiv zu verkaufen. Also keine Werbesprache, kein Selbstlob.

  • Sprich nicht im Fachjargon
    Sprich klar und verständlich, vermeide unnötige Fachausdrücke oder Spezialvokabular. Gib ggf. anschauliche Beispiele.

  • Weiche nicht aus
    Wenn Du die Antwort nicht weißt, dann sei ehrlich und sag es einfach. Und versuche nicht, es mit langatmigen Ausweich-Antworten zu kaschieren. Biete an, fehlende Informationen später nachzureichen.

  • Werde nicht unfreundlich, patzig oder aggressiv
    Bleib auch bei skeptischen, kritischen oder provokanten Fragen positiv und freundlich. Patzige, genervte oder gar aggressive Antworten kommen beim Publikum nie gut an, egal wie unangenehm die Situation objektiv auch sein mag.

  • Gib keine vertraulichen Informationen raus
    Halte Dich mit Kommentaren und vertraulichen Informationen zurück. Vergiss nicht: Alles, was du sagst, könnte später genauso in der Zeitung stehen.

  • Sprich nicht schlecht über andere
    Seitenhiebe auf Mitbewerberinnen und Mitbewerber, unsachliche Kritik, Beschimpfungen – lass es einfach, denn es wirkt immer unsympathisch.
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Nachbereitung: Was kommt nach dem Interview?

Freigabe des Interviews

Bei einem schriftlichen Interview solltest Du immer um eine Freigabe bzw. Autorisierung des Interviews bitten. Das bedeutet: Du kannst es vor der Veröffentlichung lesen und bei Fehlern Korrekturen anmerken. Schwierig wird es aber, wenn Du nachträglich Inhalte ändern willst, die Du gesagt hast, aber nun nicht mehr so veröffentlicht sehen willst.

Kleinere Medien sind oft eher bereit, Interviews freigeben zu lassen. Meist bekommst Du nur einzelne Zitate deiner Aussagen zur Freigabe vorgelegt. Das ist ein übliches Vorgehen und schützt in gewissem Sinn die Pressefreiheit.

Medien-Neulinge neigen dazu, gegebene Interviews am liebsten komplett umschreiben zu wollen. Diesen Fehler solltest Du nicht machen! Wenn Du dem Medium oder dem Interviewer oder der Interviewerin nicht traust, dann gib lieber kein Interview. Mit Medien zu sprechen, bedeutet auch, Kontrolle abzugeben. 

Zitate prüfen

Schau dir das Interview genau an. Zur besseren Lesbarkeit oder für den Lesefluss passen Journalisten in Presseinterviews Aussagen und O-Töne an oder sie verändern die Dramaturgie. Das ist normal! Und das solltest Du auch tolerieren, so lange dadurch nicht völlig andere Aussagen oder Tendenzen entstehen. Ist das tatsächlich der Fall, interveniere und sprich mit dem Interviewer.

Veröffentlichung beobachten

Nach der Veröffentlichung schaust Du dir an: Ist das Interview dort platziert, wo es geplant war? Wie lang ist es geworden, wie viele Spalten oder Seiten nimmt es ein? Gefallen dir Layout, Fotos, Überschriften? Über ein positives Feedback freut sich jeder, auch Journalisten und Journalistinnen. Gefällt es dir nicht, verkneife dir Kritik. Vielleicht willst Du den Kontakt ja später nochmal nutzen.

Tools effektiv nutzen

Die Interview-Formen

Das sind die gängigen Formen, wie Journalisten und Journalistinnen Interviews führen:

Schriftliches Interview geben für Print-Medium

Bei einem schriftlichen Interview schickt dir die Redaktion die Fragen zu und sollst diese innerhalb eines bestimmten Zeitraums schriftlich beantworten.

Schriftliche Interviews dienen meist Recherchezwecken. Das bedeutet: In einem Artikel werden Informationen, die Du gibst, mitverarbeitet. Zudem können Antworten von Dir als direkte Rede im Artikel erscheinen und den Text lebendiger gestalten.

  • Wenn dir die Interviewfragen vorliegen, dann überlege, wie du sie beantwortest, ohne dich zu wiederholen.
  • Formuliere klare und präzise Antworten in nicht zu langen Sätzen. 
  • Wenn man dich nicht ausdrücklich bittet, einen Sachverhalt ausführlich zu erläutern oder in allen Aspekten darzustellen, solltest Du in der Lage sein, jede Frage mit maximal sechs bis acht Sätzen zu beantworten. Längere Antworten sind nicht schlimm, aber rechne damit, dass die Redaktion sie später kürzt. 
interview geben
  • Wenn dir die Interviewfragen vorliegen, dann überlege, wie du sie beantwortest, ohne dich zu wiederholen.
  • Formuliere klare und präzise Antworten in nicht zu langen Sätzen. 
  • Wenn Du nicht ausdrücklich gebeten wirst, einen Sachverhalt ausführlich zu erläutern oder in allen Aspekten darzustellen, solltest Du in der Lage sein, jede Frage mit maximal sechs bis acht Sätzen zu beantworten. Längere Antworten sind nicht schlimm, aber rechne damit, dass sie später gekürzt werden.

Bist Du fit für die Medien?

Mündliches Interview geben für Print-Medium

Die Journalistin oder der Journalist trifft sich persönlich mit dir und zeichnet das Interview mit einem Aufnahmegerät oder dem Handy auf. Anschließend transkribieren sie das Gespräch und formen einen Frage-Antwort-Dialog daraus, der sich interessant und flüssig liest. So entstehen die meisten Interviews mit Personen der Zeitgeschichte, die man in Zeitungen und Magazinen findet.

  • Auch hier gilt: Bitte um ein kurzes Briefing zu Inhalt, Richtung und Kontext des Interviews.
  • Auch wenn das Interview noch bearbeitet und nicht 1:1 abgedruckt wird, wie mündlich geführt: Sei präzise, freundlich und umfassend inhaltlich vorbereitet.

Interview geben für Radio oder Podcast

Bei dieser Interview-Form werden deine Antworten später als Originaltöne im Radio gesendet oder einem Podcast verwendet. 

interview geben
  • Hier ist es besonders wichtig, dass Du vorher intensiv abklärst, in welche Richtung das Interview oder das Gespräch gehen soll. Leg Dir deine Notizen bereit, damit Du im Ernstfall darauf schauen kannst.
  • Übe vorher: Stell Dir selbst Fragen und gib Antworten darauf. Zeichne es mit deinem Handy auf. Achte auf deine Stimmlage, deine Sprechgeschwindigkeit und deine Aussprache.
  • Einmal Gesagtes kann man nicht zurückholen. Überlege also bei heiklen Fragen lieber etwas länger, anstatt spontane Äußerungen zu machen, die Du später bereust.
  • Hier ist es besonders wichtig, dass Du vorher intensiv abklärst, in welche Richtung das Interview oder das Gespräch gehen soll. Leg Dir deine Notizen bereit, damit Du im Ernstfall darauf schauen kannst.
  • Übe vorher: Stell Dir selbst Fragen und gib Antworten darauf. Zeichne es mit deinem Handy auf. Achte auf deine Stimmlage, deine Sprechgeschwindigkeit und deine Aussprache.
  • Einmal Gesagtes kann man nicht zurückholen. Überlege also bei heiklen Fragen lieber etwas länger, anstatt spontane Äußerungen zu machen, die Du später bereust.

Fazit: Interview geben

Ein Interview ist eine hervorragende Möglichkeit, dich mit deiner Expertise zu positionieren und dein Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Meldet sich ein Medium bei dir und fragt, ob Du ein Interview geben kannst, versuche, so viele Informationen über die Zielgruppe, den Sinn, Zweck und Kontext zu erfahren. Vor allem bei mündlichen Interviews entscheidet deine inhaltliche Vorbereitung darüber, wie sympathisch und souverän Du rüberkommst.

FAQ Interview geben

Zur formalen Vorbereitung eines Interviews gehört, die Rahmenbedingungen mit dem/der Journalistin so gut wie möglich abzuklären.

Was sind Thema, Ort, Format (z. B. TV, Radio, E‑Mail)? Kann man das Endprodukt vor Druck oder Sendung hören oder freigeben? Gibt es die Möglichkeit, das Interview ggf. zurückzuziehen?

Sprich klar und deutlich, lieber langsamer als zu schnell. Sprich in einfacher Sprache sprechen und in ganzen Sätzen statt mit Ja/Nein zu antworten. Wiederhole die Kernbotschaft. Gib anschauliche Beispiele geben. Achte auch auf nonverbale Signale wie Kleidung, Gesten, Aussehen, besonders bei Interviews vor der Kamera.

Bei kritischen Fragen solltest Du keinesfalls ausweichen oder nebulös daher schwafeln, sondern mit der eigenen Botschaft antworten. Extreme oder provokante Positionen lässt man besser weg, setzt aber die eigenen Argumente selbstbewusst in Szene.

Wenn kurzfristig und unerwartet ein Journalist anruft, sollte man höflich um etwas Bedenkzeit bitten, z. B. durch Rückruf oder die Vorlage von schriftlichen Fragen. So kann man seine Botschaft strukturieren und Fakten und Argumente vorbereiten.

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