Von ChatGPT zu Claude wechseln und Prompts, Wissen, Kontext mitnehmen

Von ChatGPT zu Claude wechseln
Aktualisiert am 9. August 2026

Von ChatGPT zu Claude wechseln: die Fakten

  • Von ChatGPT zu Claude wechseln: Anmelden, Projekt einrichten, Gesprächsstil ändern.
  • Prompts funktionieren auch bei Claude.
  • Claude Projekte ersetzen Custom GPTs.
  • Claude importiert deine ChatGPT-Chatverläufe.
  • Datenschutz gem. DSGVO benötigt einen bezahlten Claude Account.

Deine Prompts sitzen, dein GPT für Pressemitteilungen läuft einigermaßen, und dann liest Du zum dritten Mal in einer Woche, dass Claude die besseren Texte schreibt. Und Du willst von ChatGPT zu Claude wechseln. Der Beitrag erklärt dir, wie Du den Wechsel in drei Schritten vollziehst und was Du mit deinen Prompts in Claude machst. Dazu: Welchen Datenschutz Claude bietet und was für einen Plan Du für Kundendaten brauchst. 

Von ChatGPT zu Claude wechseln

Von ChatGPT zu Claude wechseln in drei Schritten

Wenn Du schon lange mit ChatGPT arbeitest, hast Du einiges angesammelt: optimierte Prompts, die funktionieren, ein Custom GPT für Pressetexte, Chats voller Wissen über deine Vorlieben, deine Sprache, dein Kundenwissen. Von ChatGPT zu Claude wechseln klingt deshalb nach viel Copy-paste und Umgewöhnung.

Tatsächlich bleibt der Aufwand überschaubar. Denn das Konto ist schnell eingerichtet, Claude versteht Deine bestehenden Prompts, und Dein dauerhaftes Kontext-Wissen lädst Du als Datei hoch. Die Umgewöhnung nach dem Umzug betrifft vor allem den Gesprächsstil, dazu mehr in Schritt drei.

Schritt 1: Konto anlegen

Claude funktioniert nur mit Anmeldung: Also, melde dich kostenlos an bei claude.ai und lade die Desktop-App für Mac oder Windows herunter, für unterwegs die Mobile-App. Oder Du nutzt Claude im Browser, ohne App. Zum Start brauchst Du nicht zwingend ein Bezahl-Modell. Wenn Du deine bisherigen Gespräche aus ChatGPT mitnehmen willst, bietet Anthropic dafür einen Import an, der deine Chatverläufe übernimmt.

Schritt 2: Claude Projekte nutzen

Projekte bei Claude funktionieren anders als Projekte bei ChatGPT, wo sie eine Sammlung von Chats zu einem Thema sind. Bei Claude dagegen ist ein Projekt wie ein Gefäß für deinen dauerhaften Kontext: deine Rolle, deinen Schreibstil, deine Haltung, deine Zielmedien. Die Anweisungen aus deinen ChatGPT Custom GPTs übernimmst Du als Projektbeschreibung, Wort für Wort.

Ab sofort arbeitest Du im Chat innerhalb dieses Projekts und sparst dir die ständig wiederholten Anweisungen, die jeden Prompt aufblähen. Die KI kennt nun deinen  Hintergrund, deine Sprache, deine Ziele.

Mehr dazu plus eine Schritt-für-Schritt Anleitung findest Du im Beitrag Claude Projekte für Pressearbeit nutzen

Schritt 3: Mit Claude sprechen lernen

Claude verhält sich im Gespräch anders als ChatGPT. Statt sofort einen fertigen Text auszugeben, stellt Claude erst Rückfragen, etwa nach der Zielredaktion oder dem Anlass. Beantworte diese Fragen, eine kurze Antwort reicht dabei, das Ergebnis wird so deutlich besser. 

Umgekehrt darfst Du dasselbe verlangen: Frag mich, wenn etwas unklar ist fordert die KI dazu auf, fehlende Informationen bei dir abzufragen. Claude neigt außerdem zu längeren Antworten als ChatGPT. Manchmal hilft das, manchmal stört es. Fordere dann ausdrücklich etwa Antworte in maximal fünf Sätzen, ohne Vorrede.

Funktionieren Prompts von ChatGPT auch bei Claude.ai?

Größtenteils ja. Claude versteht dieselben Anweisungen, Du musst nichts umschreiben. Aufgabenbeschreibungen, Formatvorgaben, Tonalitätsregeln und Verbotslisten wandern unverändert mit. Deine Custom Instructions aus ChatGPT übernimmst Du als Projektbeschreibung in ein Claude Projekt.

Anpassung brauchen vor allem:

  • die Verstärker, die sich bei ChatGPT über Monate eingeschlichen haben: Großbuchstaben, drei Ausrufezeichen, dieselbe Regel dreimal wiederholt. Bei Claude wirkt eine Begründung besser als eine Verschärfung. Schreib also, warum eine Vorgabe gilt, statt sie lauter zu formulieren.
  • das Format: Weil Claude von sich aus ausführlich antwortet und gern nachfragt, gehören Länge und Aufbau in den Prompt.
Grafik, die zeigt: von chatgpt zu claude wechseln und Prompts chats, Kontext umziehen

Chats und Kontext von ChatGPT zu Claude umziehen

Anthropic bietet für den Import eine Funktion an. Zuerst musst Du deine Daten bei ChatGPT exportieren, diese Datei lädst Du bei Claude hoch und findest deine bisherigen Chats anschließend wieder. Claude durchsucht diesen Verlauf und greift darauf zurück, wenn Du dich auf ein altes Gespräch beziehst. Der Import läuft einmalig, nutzt Du ChatGPT danach weiter, werden diese Chats nicht mehr synchronisiert.

Warum Du den Verlauf nicht unbedingt brauchst

Für deine Pressearbeit bringt der Verlauf allerdings wenig. Warum? In alten Chats stecken Zwischenstände, verworfene Ideen und Formulierungen, die Du längst überarbeitet hast. Was Du wirklich und auf Dauer brauchst, sind gute Kontext-Dateien. Diese Dateien kannst du dir von ChatGPT schreiben lassen, basierend auf deinen Chats, und danach für jede KI verwenden:

  • deine Positionierung,
  • dein Style-Guide,
  • deine Sprache und Tonalität.

Was ist der Unterschied zwischen Claude Projekten und Custom GPTs ?

Ein Claude Projekt vereint Systemanweisung, Dateien und Gesprächsverlauf an einem Ort und lässt sich in natürlicher Sprache einrichten. Custom GPTs sind vorkonfigurierte Chatbots in ChatGPT, die OpenAI zu Workspace Agents umbaut. Teilen lassen sich Custom GPTs per Link, Claude Projekte nur innerhalb eines Team-Plans.

Was sich für Deine Pressearbeit beim Wechsel verändert

Claude trifft Deinen Ton genauer

Der größte Unterschied liegt in der Sprache. Claude schreibt zurückhaltender, greift seltener zu Superlativen und produziert weniger von der Marketingsprache, die jede Redakteurin nach zwei Zeilen erkennt. Gibst Du Claude ein eigenes Textbeispiel und eine Liste verbotener Wörter dazu, trifft der Entwurf deinen Ton noch genauer.

Claude arbeitet bei langen Dokumenten konsistenter

Bei langen Dokumenten mit mehreren tausend Wörtern behält Claude besser im Blick, was oben stand. Beispiel: Du wirfst ein Interview-Transkript, eine Studie und deine bisherigen Presseinformationen in denselben Chat und entwickelst daraus Themenvorschläge, ohne dass das die KI nach der Hälfte den Anfang vergisst.

Claude widerspricht dir

Hinter diesem Verhalten steht die Trainingsmethode von Claude. Anthropic, 2021 von ehemaligen OpenAI-Forschern gegründet, trainiert Claude nach dem Prinzip der Constitutional AI. Das Modell prüft und korrigiert seine eigenen Antworten anhand eines festgelegten Katalogs an Prinzipien, statt sich allein an menschlichen Bewertungen auszurichten.

Für dich zeigt sich das im Alltag daran, dass Claude dir häufiger widerspricht. Taugt dein Aufhänger für eine Redaktion nichts, sagt Claude das eher, als dir unkritisch einen begeisterten Entwurf zu liefern.

Lass Dir von der KI helfen:

Was ChatGPT weiterhin besser kann

  • Bildgenerierung: ChatGPT erzeugt Bilder direkt im Chat, vom Beitragsbild für deinen Blog bis zur schnellen Skizze für ein Social-Media-Format.
  • Claude generiert keine Fotos oder Illustrationen, sondern erstellt Grafiken über Code, also Diagramme, Balken, Tabellen.
  • Sprachmodus: Der Dialog per Stimme läuft bei ChatGPT flüssiger und eignet sich zum lauten Denken, etwa wenn Du unterwegs Themenideen sortierst.
  • Custom GPTs im Team teilen: Einen Custom GPT gibst Du per Link weiter. Ein Claude Projekt teilst Du innerhalb eines Team-Plans, für den Versand nach außen taugt es nicht.

Aus diesem Grund haben viele Selbstständige Konten bei beiden: 

  • Claude für Texte, lange Dokumente und Recherche,
  • ChatGPT für Bilder und Sprachdialog.

Preise und Modelle im Vergleich

von chatgpt zu claude wechseln mit vergleich der kostenlosen konten

Was kostet Claude?

Zum Ausprobieren reicht ein kostenloses Claude-Konto aus. Für regelmäßige Pressearbeit stößt Du dort allerdings schnell an die Nutzungsgrenze, dazu fehlen dir das leistungsstärkste Modell und der Zugang zu Claude Cowork.

Claude Kosten im Überblick, Stand August 2026:

  • Free: kostenlos, fünf Projekte, begrenzte Nutzung
  • Pro: rund 20 US-Dollar im Monat, bei jährlicher Zahlung 15 bis 20 Prozent günstiger
  • Max: 100 oder 200 Dollar im Monat, für alle, die den ganzen Tag in der KI arbeiten
  • Team: ab etwa 25 Dollar pro Person, sinnvoll mit Assistenz oder im Agenturteam.

Spar-Tipp
Im App Store zahlst Du wegen der Plattformgebühr mehr für Bezahlaccounts als über die Claude Website. Den jeweils tagesaktuellen Preis in Euro zeigt dir claude.ai beim Upgrade an, inklusive Mehrwertsteuer.

Kontextfenster und Tokens

Für deine Arbeit zählt vor allem das große Kontextfenster, also die Textmenge, die Claude in einem Rutsch verarbeitet. Ein Token entspricht dabei ungefähr einer Silbe oder einem kurzen Wort. In den bezahlten Plänen reicht das bis zu einer Million Token, umgerechnet mehrere hundert Seiten.

Praktisch heißt das: Ein einstündiges Interview-Transkript, eine 80-seitige Studie und deine bisherigen Presseinformationen passen zusammen in einen Chat, und Claude bezieht sich am Ende noch auf den ersten Absatz. Beim kostenlosen Konto fällt das Fenster kleiner aus, reicht aber auch gut aus für normale Aufgaben.

von chatgpt zu claude wechseln: Claude pro und ChatGpt plus vergleich

Spezial-PR

Datenschutz und Vertraulichkeit bei Claude

Bei Pressearbeit mit Claude können sensible Informationen im Chat landen: Namen und Kontaktdaten von Journalisten, unveröffentlichte Zahlen, Daten deiner Kunden oder deine eigenen Geschäftsdaten, die Du noch nicht veröffentlicht sehen willst. Wie vertraulich Claude.ai mit diesen Daten umgeht, hängt davon ab, was für ein Konto Du hast. 

Wie verhindere ich, dass Claude meine Daten speichert?

Bei privaten Claude-Konten, also Free, Pro und Max, nutzt Anthropic seit Herbst 2025 deine Chats und Coding-Sitzungen standardmäßig fürs Modelltraining. Aber: Du kannst dem widersprechen.

Trainings-Opt-out aktivieren

Den Opt-out findest Du unter „Einstellungen“, „Datenschutz“, „Claude für alle verbessern”. Schaltest Du die Option aus, bleibt die Speicherfrist bei 30 Tagen, sonst steigt sie auf bis zu fünf Jahre. Für Kundendaten und Sperrfristen-Inhalte gehört dieser Schalter in jedem Fall auf Aus.

Kann ich Kundendaten in Claude eingeben?

Kundendaten gibst Du in Claude nur ein, wenn Du sie vorher anonymisierst oder ein Konto mit Auftragsverarbeitungsvertrag nutzt. Private Konten wie Free, Pro und Max bieten diesen Vertrag nicht und eignen sich damit nicht für personenbezogene Daten deiner Kunden.

Claude und die DSGVO

Die DSGVO kennt zwei Rollen. Anthropic ist der Auftragsverarbeiter, der die Daten in Deinem Auftrag verarbeitet. Du bist die Verantwortliche, in deren Auftrag das geschieht. Die Pflichten der Verantwortlichen lassen sich nicht an den Anbieter abschieben. Sie bleiben bei Dir.

Konkret heißt das: Du brauchst eine Rechtsgrundlage, um Kundendaten überhaupt in Claude einzugeben. Willst Du das, musst Du deine Kundinnen darüber informieren, dass Du KI einsetzt. Du entscheidest, welche Daten Du eingibst und welche nicht. Der Anbieter liefert nur den vertraglichen Rahmen, die Entscheidungen triffst Du.

Nur Claude Team und Enterprise sind DSGVO-konform

Wenn Du mit vertraulichen oder sensiblen Daten in der Claude arbeiten willst, reicht ein kostenloses oder privates Pro-Konto oder Max-Konto bei Claude nicht. Ihnen fehlt der Auftragsverarbeitungsvertrag, den die DSGVO in Artikel 28 verlangt, sobald personenbezogene Daten Dritter im Spiel sind. Free, Pro und Max bieten diesen Vertrag nicht.

Diese notwendigen vertragliche Grundlage liefern nur die kommerziellen Zugänge Team und Enterprise. Bei ihnen schließt Anthropic das Training mit Deinen Inhalten von vornherein aus und stellt den Auftragsverarbeitungsvertrag bereit, der Dich als Verantwortliche absichert. 

Pressearbeit mit Claude Datenschutz Optionen

Was sind sensible Daten gemäß DSGVO?

Sensible Daten nach DSGVO sind spezielle Kategorien personenbezogener Daten gemäß Art. 9 DSGVO, deren Verarbeitung grundsätzlich verboten ist, sofern keine Ausnahme greift. Dazu zählen Angaben zu Gesundheit, ethnischer Herkunft, Religion, politischer Meinung, Sexualleben und sexuelle Orientierung, Gewerkschaftszugehörigkeit sowie genetische und biometrische Daten.

Darüber hinaus sind durch die DSGVO auch viele personenbezogene Daten geschützt. Zum Beispiel: Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Ausweisnummern, Kfz-Kennzeichen, Foto-/Videoaufnahmen einer Person, Vermögens- und Kontodaten, Kunden-, Bestell- und Vertragsdaten.

Wo stehen die Server von Claude?

Bleibt die Frage nach dem Serverstandort. Eine eigene EU-Serverauswahl gibt es für den Standardzugang über claude.ai nicht, die Daten liegen in den USA. Brauchst Du Datenresidenz in der EU, nutzt Du Claude über Amazon Bedrock oder Google Cloud Vertex AI mit einer Region innerhalb der EU.

Für die meisten Soloselbstständigen ist dieser Schritt nicht nötig, im Alltag genügt die Kombination aus dem passenden Kontotyp und der Anonymisierungsregel aus dem vorigen Abschnitt.

Fazit: Von ChatGPT zu Claude wechseln

Konto anlegen, Projekt aufsetzen, den eigenen Gesprächsstil an Rückfragen und längere Antworten anpassen – diese drei Schritte sind es, wenn Du Von ChatGPT zu Claude wechseln willst. Claude trifft deinen Ton genauer, behält lange Dokumente im Blick und widerspricht dir, statt jeden Entwurf zu loben. Für Bildgenerierung bleibt ChatGPT im Vorteil. Viele Selbstständige nutzen beides parallel. Zum Testen reicht ein kostenloses Konto, echten Datenschutz liefern nur bezahlte Claude Konten.

Bild von Autorin: Caroline Monteiro
Autorin: Caroline Monteiro

Caroline Monteiro ist PR-Beraterin und blickt auf über 20 Jahre journalistische Erfahrung in Print-, TV- und Online-Redaktionen zurück. Bis 2026 verband sie beide Tätigkeiten; heute widmet sie sich ausschließlich ihrer PR-Agentur. Mehr über die Autorin