Lohnt sich PR für kleine Unternehmen? Was dir Pressearbeit wirklich bringt

Lohnt sich PR
Aktualisiert am 10. Juni 2026

Lohnt sich PR? Die Fakten:

  • Tageszeitungen, Fernsehen und Fachmedien erreichen täglich viele Millionen Menschen (IVW, AGF).
  • Fast zwei Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung lesen regelmäßig Zeitschriften (agma, 2026)
  • Pressemitteilungen, Pitches und Media Kits gehören für 66 Prozent der Journalisten zu den wichtigsten Quellen für Story-Ideen (Cision Media Report 2026)
  • Redaktionelle Erwähnungen wirken positiv auf ChatGPT und Co. weil KI-Systeme journalistische Quellen bevorzugt zitieren.(Muck Rack Studie 2026)

Lohnt sich PR für kleine Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler? Ja, zweifellos!
Auch ohne großes Budget kannst Du redaktionelle Berichte in Tageszeitungen, Zeitschriften, Wochenzeitungen, Fachmedien oder Fernsehen erzielen und damit Millionen Menschen erreichen. Und: Weil KI-Systeme journalistische Quellen bevorzugt zitieren, befördert eine Erwähnung in der Presse deine Sichtbarkeit lange über den Erscheinungstag hinaus.

Dieser Beitrag erklärt dir und belegt mit aktuellen Zahlen, welche Reichweiten klassische Medien in Deutschland erzielen, wie ihre Leserschaft aussieht und wie du einen erfolgreichen Themenpitch angehst. 

Lohnt sich PR für kleine Unternehmen?

1. Klassische Medien kennt jeder

Wie viele Menschen erreichen Tageszeitungen und Zeitschriften wirklich?

Wenn über den Zustand der klassischen Medien diskutiert wird, geht es meistens um Auflagenrückgange und den Siegeszug digitaler Plattformen. Was dabei oft vernachlässigt wird: Die absoluten Reichweiten der traditionellen Medien sind nach wie vor gewaltig.

Tageszeitungen, Zeitschriften, Fachmedien und Fernsehen erreichen in Deutschland zusammen täglich viele Millionen Menschen: deshalb lohnt sich PR in diesen Medien nach wie vor. Beispiele zeigen: Das sind keine Restgrößen, das sind Menschen, die aktiv Medien konsumieren und für die redaktionelle Glaubwürdigkeit Qualität signalisiert. 

  • Mehr als 45 Millionen Menschen in Deutschland lesen regelmäßig Zeitschriften. Das sind fast zwei Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren (agma).
  • Fachzeitschriften kommen zusammen auf rund 12 Millionen verbreitete Exemplare pro Ausgabe (IVW).
  • Deutsche TV-Lokalsender erreichten im Jahr 2025 mehr als 41 Millionen Zuschauer kumuliert (AGF).

Aber: Reichweite allein ist nicht entscheidend

Erreiche ich die richtigen Menschen zur richtigen Zeit über ein Medium, dem sie vertrauen?
Das bestimmt deine Ausgangsfrage bei PR. 
Ein Beitrag in einer Lokalzeitung wirkt anders als eine Erwähnung in einem bundesweiten Fachmagazin. Beide können für ein kleines Unternehmen wertvoll sein. Entscheidend ist also nicht die größte Reichweite, sondern der richtige Kanal für die richtige Zielgruppe. Das gilt für eine Tageszeitung genauso wie für ein großes Magazin. 

Lohnt sich PR in klassischen Medien?
Klassische Medien erreichen noch immer viele Millionen Menschen

2. Darum lohnt sich PR in Tageszeitungen und lokalen Medien

Wenn du regional arbeitest, Kunden vor Ort hast oder Dienstleistungen in einem überschaubaren Gebiet anbietest, brauchst du keine bundesweite Aufmerksamkeit. Für dich lohnt sich PR in lokalen Medien viel mehr. Die Frage dabei ist:

Erreiche ich die Menschen, die in meiner Region leben, einkaufen und Entscheidungen treffen?

Ja! Und zwar über lokale Tageszeitungen, analoge Marken wie Lokalzeitungen, lokale Wochenblätter, Stadtmagazine, Regionalmagazine und regionale Fernsehsender. (Anmerkung: Radio ist in diesem Beitrag nicht berücksichtigt, weil PR für Radio ein eigenständiges Feld ist).

Lokale Tageszeitungen: Reichweite in der Region

Regionale Tageszeitungen sind für ihre jeweilige Region das, was Online-Nachrichtenportale bundesweit sind: das Medium, das Menschen morgens aufsuchen, wenn sie wissen wollen, was in ihrer Stadt und in der Welt passiert. Wenn du in „deiner“ Tageszeitung vorkommst, landest du mitten im Alltag deiner potenziellen Kunden.

Wie viele Menschen das sein können? Hier ein paar Beispiele aus der IVW-Listung, Q1 2026:

  • Augsburger Allgemeine mit Allgäuer Zeitung etwa kommt auf rund 244.000 verbreitete Exemplare pro Ausgabe,
  • Sächsische Zeitung auf rund 125.000 und
  • Stuttgarter Zeitung/Nachrichten inkl. Nordschwarzwald-Zeitung auf rund 316.000.

Lokale Medien: Hier lohnt sich PR besonders  

Lokale Medien sind für deine PR ein sehr zugänglicher Adressat, weil Lokalredaktionen darauf angewiesen sind, Geschichten aus ihrem Verbreitungsgebiet zu finden. Ein Freiberufler, eine Autorin oder ein kleines Unternehmen mit einer guten Geschichte und regionalem Bezug haben dort realistische Chancen.

>> Lokale Pressearbeit für Autoren und Autorinnen

Lokales Fernsehen: Hunderttausende Menschen sehen dich

Beim Lokalfernsehen ist das Prinzip dasselbe, die Wirkung aber eine andere: Bewegtbild schafft Nähe auf eine Art, die Text nicht erzeugen kann. Wenn du in einer Sendung wie der WDR Lokalzeit  oder bei hallo hessen auftrittst, bist du für Zuschauer in der Region plötzlich jemand, den man buchstäblich schon mal gesehen hat. Das verändert, wie Menschen deinem Unternehmen begegnen.

Dazu kommt die vergleichsweise hohe Reichweite von lokalen TV-Sendern und Sendungen. Sie können täglich Hunderttausende Zuschauer in ihrer Region erreichen:

  • TV Bayern kam im Jahr 2025 auf eine durchschnittliche tägliche Nettoreichweite von rund 675.000 Zuschauern,
  • TV Baden-Württemberg auf rund 385.000 (AGF).

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3. Wochenzeitungen: Zeit zum Vertiefen

Wochenzeitungen sind zwischen Tageszeitung und Publikumszeitschriften positioniert: Sie erscheinen einmal pro Woche, ordnen ein, statt nur zu berichten, und werden häufig über das Wochenende gelesen. Wer in einer Wochenzeitung vorkommt, profitiert also nicht von Tagesaktualität, sondern von der Verweildauer.

Reichweiten ausgewählter Wochenzeitungen

Die Bandbreite der deutschen Wochenzeitungen ist groß: von der meinungsstarken überregionalen Wochenzeitung bis zur Fach- und Branchenzeitung mit klar umrissener Zielgruppe.
Beispiele aus der aktuellen IVW-Listung, Q1, 2026:

  • Die Zeit kommt auf rund 617.000 verbreitete Exemplare pro Ausgabe und ist damit die reichweitenstärkste Wochenzeitung in Deutschland.
  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung erzielt rund 172.000 verbreitete Exemplare.
  • Deutsche Handwerks Zeitung erreicht mit rund 507.000 verbreiteten Exemplaren nahezu jeden organisierten Handwerksbetrieb in Deutschland.
  • VDI nachrichten kommen auf rund 108.000 verbreitete Exemplare und sind der zentrale Titel für Ingenieurinnen und Ingenieure.
  • Die wochentaz hat rund 48.000 verbreitete Exemplare,
  • der Freitag rund 32.000.

Darum lohnt sich PR in Wochenzeitungen besonders 

Redaktionen in Wochenzeitungen haben mehr Zeit für Recherche, für Hintergrund, für das Porträt. Das heißt für deine PR: Wenn du einen gut aufbereiteten Themenvorschlag, eine eigene Perspektive oder konkrete Daten mitbringst, hast du hier Chancen auf eine ausführlichere Geschichte als in einem tagesaktuellen Format.

4. Publikumszeitschriften: Reichweite trifft Thema

Publikumszeitschriften sind das Medium der Vertiefung, des Interesses, der Lebenswelten. Wer den Spiegel kauft, interessiert sich für politische Einordnung, wer Psychologie heute liest, beschäftigt sich aktiv mit persönlicher Entwicklung und wer Landlust abonniert hat, hat eine bestimmte Haltung zum Leben.

Mehr Sichtbarkeit: Hier lohnt sich PR

Diese Themenbindung macht Zeitschriften und Special Interest Magazine bei PR für Zeitschriften so interessant. Du erreichst Menschen, die sich für ein bestimmtes Thema bereits entschieden haben.

Beispiele aus der deutschen Zeitschriftenlandschaft (IVW, Q1;2026):

  • Psychologie heute mit rund 47.000 Exemplaren adressiert Menschen, die sich mit persönlicher Entwicklung und mentaler Gesundheit beschäftigen.
  • Schöner Wohnen spricht mit rund 115.000 Exemplaren ein Publikum an, das Einrichtung, Architektur und Wohnkultur aktiv verfolgt.
  • Öko-Test-Magazin erreicht mit rund 118.000 Exemplaren kritische Verbraucherinnen und Verbraucher, die beim Kauf auf Qualität und Nachhaltigkeit achten.
  • c’t, das Magazin für Computertechnik, kommt auf rund 250.000 verbreitete Exemplare und ist die erste Adresse für technisch versierte Leserinnen und Leser.
Lohnt sich PR
Wie viele Menschen einer Einkommensgruppe Zeitschriften lesen

Zeitschriften haben eine kaufkräftige Leserschaft

Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: Zeitschriftenleser sind kaufkräftig. Das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen liegt laut agma bei 3.640 Euro, bei 57 Prozent der Leser und Leserinnen sind zwei Verdiener im Haushalt.
Zeitschriften werden zudem oft weitergegeben, sie zirkulieren in Haushalten mit mehreren Personen. Bedeutet: die tatsächliche Reichweite geht über die verbreitete Auflage hinaus.

5. Fachzeitschriften als PR-Kanal: Relevanz vor Reichweite

Lohnt sich PR auch bei erklärungsbedürftigen Angeboten? Ja- und zwar in Fachzeitschriften! Je präziser das Medium, desto weniger musst du erklären, wer du bist und was du tust. Warum? Weil die Leserinnen und Leser dein Business-Thema bereits kennen. Wenn du PR in Fachzeitschriften machen willst, musst du nur noch zeigen, dass du etwas Relevantes zum Thema beizutragen hast.

Ein Beitrag im Psychotherapeutenjournal beispielsweise landet auf dem Schreibtisch nahezu jeder approbierten Psychotherapeutin in Deutschland. Das ist zwar keine Massenreichweite, aber dafür eine Präzision, die Massenmedien nicht leisten. Darum lohnt sich PR in Fachzeitschriften für viele Soloselbstständige, Berater, Kreative, Freiberufler und kleine Unternehmen besonders. 

Fachzeitschriften-Beispiele 

Fachzeitschriftentitel zirkulieren: Sie werden im beruflichen Umfeld weitergegeben, sie liegen im Wartezimmer oder kursieren im Büro und werden von mehreren Menschen gesehen und gelesen.

Einige Beispiele laut IVW, Q1, 2026:

  • Das Psychotherapeutenjournal erreicht mit rund 75.000 verbreiteten Exemplaren pro Ausgabe nahezu alle approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland.
  • Zahnärztliche Mitteilungen kommt auf rund 78.000 Exemplare und landet damit in nahezu jeder Zahnarztpraxis.
  • IHK WirtschaftsForum für die Region Frankfurt Rhein-Main geht a rund 65.000 Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region.
  • Das Deutsche Ärzteblatt liegt mit über 360.000 verbreiteten Exemplaren pro Ausgabe in nahezu jeder Arztpraxis in Deutschland.
  • Norddeutsches Handwerk kommt auf rund 92.000 verbreitete Exemplare und landet direkt in Handwerksbetrieben der Region.

KI zitiert bevorzugt Fachmedien 

Dazu kommt: KI-Systeme wie Claude, ChatGPT, Gemini oder Perplexity bevorzugen bei themenspezifischen Anfragen themenspezifische Quellen. Das zeigt die Analyse „What is AI Reading“ von Muck Rack von Dezember 2025. Ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt zählt für eine medizinische Suchanfrage mehr als eine Erwähnung in einem reichweitenstarken Magazin. Wer du also in dem Fachmedium deiner Branche auftauchst, verbessert das deine Chancen, in KI-generierten Antworten zu erscheinen, wenn potenzielle Kunden nach deiner Expertise suchen.

6. TV-Berichterstattung: Reichweite und Wirkung

In meiner PR-Praxis erlebe ich es oft: Fernsehen ist das Medium, in dem viele meiner Kunden am liebsten vorkommen würden, gleichzeitig ist es das Medium, das sie sich am wenigsten zutrauen.

Fernsehen schafft Vertrauen und Vertrautheit

Ein TV-Beitrag schafft etwas, das kein anderes Medium so direkt erzeugt: Vertrautheit. Nach einem Auftritt im Fernsehen bist du für Zuschauer in deiner Region kein Unbekannter mehr. Bewegtbild, Ton, Gesicht, Stimme, all das zusammen erzeugt eine authentische Präsenz, die weit über den Sendetag hinauswirkt.

Und der redaktionelle Kontext signalisiert: Dieser Sender hat entschieden, dass diese Expertin, dieses Thema, dieses Unternehmen, dieses Produkt, einen Beitrag wert ist. Das ist keine gekaufte Werbung- und das erkennen auch die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Regionale und öffentlich-rechtliche Sendungen

Regionale Magazinsendungen und Verbrauchersendungen im öffentlich-rechtlichen Programm suchen laufend nach konkreten Themen und Gesprächspartnern aus der Region. Also: Wie komme ich ins Fernsehen? Du kannst es schaffen, wenn: dein Thema relevant für das Publikum im Sendegebiet ist, du nachweisbar qualifiziert dafür bist und man dein Thema gut in Bewegtbild-Szene setzen kann.

Beispiele, wie viele Menschen diese Sendungen sehen (laut AGF 2025):

  • Volle Kanne im ZDF wird durchschnittlich von 583.000 Zuschauern pro Ausgabe gesehen.
  • Das ARD Mittagsmagazin kommt auf durchschnittlich 1,1 Millionen Zuschauer pro Ausgabe.
  • hallo hessen im hr erreicht in Hessen einen Marktanteil von 12,4 Prozent,
  • Die Ratgeber im gleichen Sender sogar 12,7 Prozent.
  • MDR um Vier erzielte im Jahr 2025 einen Marktanteil von 12,2 Prozent in der MDR-Region.

7. Redaktionelle Online-Portale: Reichweite im digitalen Rauschen

Internet kills the Newspaper- angesichts der hohen Zugriffszahlen auf redaktionelle Portale bei gleichzeitig sinkenden Auflagen von Print ist das nicht ganz falsch. Nur: Viele der großen redaktionellen Online-Portale in Deutschland sind der digitale Auftritt eines bekannten Printprodukts. Z. B. gehört spiegel.de zum Spiegel-Magazin, sz.de zur Süddeutschen Zeitung, focus.de zu Focus, zeit.de zur Zeit, stern.de zum Stern. Was als Print-Produkt funktioniert, und Renommee aufgebaut hat, lebt heute online als tagesaktuelles Portal weiter, mit eigenem Journalismus, eigenen Redaktionsteams und oft deutlich höherer Nutzungsfrequenz als die gedruckte Ausgabe.

Wie viele Menschen erreichen redaktionelle Portale?

Die Kennzahl, mit der Online-Portale gemessen werden, ist der Visit: ein einzelner Besuch auf einer Website, unabhängig davon, wie viele Artikel dabei noch angeklickt werden gelesen werden. Visits sind nicht direkt mit den Leserzahlen der agma oder den Auflagenzahlen der IVW vergleichbar, weil sie unterschiedliche Dinge messen. Aber sie zeigen, wie intensiv ein Angebot genutzt wird (Visits aus Deutschland laut Semrush, Februar 2026):

  • spiegel.de kommt auf rund 61 Millionen Visits pro Monat aus Deutschland,
  • focus.de auf rund 42,23 Millionen,
  • zeit.de auf rund 34,54 Millionen.

Online-Auftritte von Special Interest Magazinen

Die Online-Angebote bekannter Special Interest Magazine bedienen die gleichen Lebenswelten, mit den gleichen Zielgruppen und vergleichbarem redaktionellen Anspruch wie ihre Print-Ausgaben.

Für deine PR bedeutet das: Eine Beziehung zu einem etablierten Printmedium öffnet dir häufig auch den Weg ins digitale Angebot, mit noch höherer Nutzungsfrequenz als die gedruckte Ausgabe.

  • Mein schöner Garten erreicht online rund 3,9 Millionen Visits pro Monat,
  • die Apotheken Umschau rund 4,1 Millionen,
  • BRIGITTE rund 2,5 Millionen (Similarweb und Semrush, Februar 2026).

Auch Online-Portale, die ein definiertes Fachpublikum ansprechen, werden massenhaft genutzt (Zahlen von Semrush, Februar 2026):

  • t3n, das Portal für digitale Wirtschaft, kommt auf rund 2,33 Millionen Visits pro Monat und erreicht Menschen, die sich beruflich mit Technologie und digitaler Transformation beschäftigen.
  • NetDoktor erreicht mit rund 1,62 Millionen Visits pro Monat Menschen, die aktiv nach Gesundheitsinformationen suchen.
Lohnt sich PR für online-portale

8. Vertrauen und Expertenstatus durch Medienberichte

Journalistinnen und Journalisten entscheiden eigenständig, wen sie befragen, wen sie porträtieren, welche Stimme sie in einen Artikel aufnehmen. Sie handeln aus der Perspektive einer unabhängigen Dritten und im Interesse ihrer Leser und Zuschauer. Das ist der Kern des Vertrauenseffekts redaktioneller Berichterstattung.

Für Coaches und Berater lohnt sich PR als Vertrauenssignal

Bei Pressearbeit für Coaches, Berater, Kreative und Soloselbständige ist das besonders wichtig. In Branchen, in denen Vertrauen die Grundlage jeder Geschäftsbeziehung ist, kann ein Artikel in einer regionalen Tageszeitung, ein Interview in einem Fachmagazin oder ein Auftritt in einer Magazinsendung das leisten, was Monate des Netzwerkens kaum erreichen: einen ersten Vertrauensvorschuss bei Menschen, die dich noch nicht kennen. Wer einmal irgendwo gelesen oder gesehen hat, dass du zu einem Thema befragt wurdest, nimmt dein Business anders wahr. 

Redaktionelle Erwähnungen weiterverwenden

Was dir zusätzlich hilft: Du kannst redaktionelle Erwähnungen weiter verwerten. Ein Zeitungsartikel für den Fall, dass du auf deiner Website eine Presseseite erstellen willst, einen TV-Ausschnitt in der E-Mail-Signatur, ein Zitat aus einem Bericht im Angebot.

Redaktionelle Beiträge bleiben wirksam

Ein häufiges Missverständnis über PR lautet: Der Beitrag erscheint, er wird gelesen, und dann ist er weg. Das stimmt für gedruckte Ausgaben allenfalls zum Teil, aber für digitale Erwähnungen stimmt es schlicht nicht. Redaktionelle Beiträge in etablierten Online-Medien bleiben indexiert, sie tauchen über Suchanfragen auf und können über Monate oder Jahre Traffic erzeugen.
Dazu kommt der Glaubwürdigkeitseffekt, der sich mit der Zeit aufschichtet, das Muster, das entsteht, wenn mehrere Erwähnungen zusammenkommen.

  • Eine einzelne Erwähnung signalisiert Relevanz.
  • Mehrere Erwähnungen über verschiedene Medien und Zeiträume hinweg signalisieren Expertenstatus.

9. Google und KI: Deshalb lohnt sich PR heute doppelt

KI-Systeme wie ChatGPT, Claude, Google Gemini oder Perplexity beantworten Suchanfragen zunehmend mit Antworten, die sie aus redaktionellen Quellen destillieren. Wenn du mit deinem Business und deinem Namen in den klassischen Medien auftauchst, steigen deine Chancen, in KI-Antworten zu erscheinen oder als Quellenlink empfohlen zu werden.

Wegen KI-Zitierungen lohnt sich PR heute mehr denn je

Dass das keine Vermutung ist, zeigt eine Analyse von Muck Rack aus dem Dezember 2025, für die mehr als eine Million Links aus KI-generierten Antworten ausgewertet wurden. Ergebnis:

  • 82 Prozent aller zitierten Quellen sind redaktionelle Artikel, Fachpublikationen oder Forschungsarbeiten.

Warum verhalten sich ChatGPT und Co. so?
Ganz einfach: Sie greifen auf redaktionelle Inhalte zurück, weil diese als glaubwürdig gelten. Und sie bevorzugen dabei neue, aktuelle Inhalte. Mehr als die Hälfte aller KI-Zitierungen bezieht sich auf Quellen, die in den zwölf Monaten vor der Suchanfrage erschienen sind. Das belegt, dass regelmäßige Medienpräsenz die Chance erhöht, in KI-Antworten aufzutauchen. Für KI-Auffindbarkeit lohnt sich PR also doppelt.

Google-Traffic ist rückläufig

Gleichzeitig verändert KI das Suchverhalten grundlegend. Menschen geben nicht mehr drei Suchwörter bei der Suchmaschine ein und klicken dann auf eine Webseite. Sie stellen jetzt lieber ausformulierte Fragen, bei Google oder in ChatGPT, Claude, Perplexity oder Gemini. Und als Ergebnis wird ihnen eine fertig generierte Antwort geliefert. 

Klicks auf empfohlene Links werden schon jetzt immer weniger. Besonders deutlich spüren das Medienhäuser, für die Traffic die Grundlage ihres Geschäftsmodells ist. Allein Googles organischer Suchtraffic zu redaktionellen Websites ist zwischen November 2024 und November 2025 global um 33 Prozent zurückgegangen. Und dieser Trend setzt sich fort. Verleger erwarten, dass der Traffic aus Suchmaschinen in den nächsten drei Jahren um mehr als 40 Prozent sinken könnte (Reuters Institute).

Zum kostenlosen, direkten Download: 
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10. Wie Journalisten PR nutzen: Themen, Impulse, Informationen

Mehr als einmal habe ich von Kundinnen gehört: „Ach, Pressemitteilungen, die landen doch sowieso ungelesen im Papierkorb“. Und ja, das stimmt! Aber eben nur wenn sie schlecht gemacht sind. Also, was wollen Journalisten wirklich?

Das hat der Cision State of the Media Report 2026 bei fast 2000 Journalisten weltweit abgefragt. Und die Antworten zeigen, warum sich PR lohnt: Journalisten suchen aktiv nach verwertbarem Material, und sie sind offen dafür, wenn es gut aufbereitet ist.

  • Demnach gehören Pressemitteilungen, Pitches und Media Kits für Journalisten zu den wichtigsten Quellen für Story-Ideen: 66 Prozent der befragten Journalisten beziehen sich darauf.
  • Was sich Journalisten von PR-Profis am meisten wünschen: Daten und Studien (47 Prozent), Informationen unter Sperrfrist oder Vorabzugänge (45 Prozent) sowie Zugang zu Experten und Interviewpartnern (42 Prozent).


Zu einem ähnlichen Befund kommt der Muck Rack State of Journalism 2026, für den 897 Journalisten befragt wurden:

  • 86 Prozent sagen, dass PR-Pitches zumindest manche ihrer veröffentlichten Storys ausgelöst haben.
  • Nur 14 Prozent geben an, keiner ihrer Beiträge habe je mit einem Pitch begonnen.

Relevanz entscheidet: Nur dann lohnt sich PR wirklich

Mangelnde Relevanz ist laut Cision der häufigste Grund, warum Journalisten einen Themenvorschlag ablehnen. Muck Rack hat dafür diese Zahl: 88 Prozent der befragten Journalisten löschen Pitches, die nicht zu ihrem Themengebiet passen, sofort und ohne weitere Prüfung.

Denken Sie gründlich darüber nach, warum Sie mir eine Story-Idee anbieten. Zeigen Sie mir dann im Pitch, dass Sie verstanden haben, warum ich sie als redaktionellen Inhalt aufgreifen wollen sollte.

Was Journalisten über den idealen Pitch sagen

Was Journalisten sich stattdessen wünschen, haben sie in der Muck Rack-Umfrage selbst formuliert:

  • „Kurz und auf den Punkt.“
  • „Kenne den Journalisten und seine Leserschaft.“
  • „Persönliche Beziehungen zählen.“

Das sind direkte Antworten befragter Journalistinnen und Journalisten auf die Frage, was sie sich von PR-Mitteilungen am meisten wünschen. Umgekehrt bedeutet das für dich: Wenn du ein relevantes Thema, einen nachvollziehbaren Bezug zum Medium und im besten Fall überzeugende Daten mitbringst, hat dein Pitch eine realistische Chance.

Was Journalisten von guter PR erwarten

Was PR aus Sicht der Journalisten leisten kann, ist durchaus aufschlussreich:

  • 79 Prozent sagen laut Cision, dass Relevanz für ihr Themengebiet und ihre Zielgruppe der wichtigste Faktor ist, damit sie sich überhaupt mit einem Pitch beschäftigen.
  • 35 Prozent nennen einen aktuellen oder nachrichtenwerten Aufhänger,
  • 33 Prozent verlässliche Daten oder Studien und
  • 23 Prozent den Zugang zu glaubwürdigen Quellen oder Experten.

Fazit: Lohnt sich PR für kleine Unternehmen? Mehr denn je!

Klassische Presse- und Medienarbeit bringt Soloselbständigen, kleinen Unternehmen und Freiberuflern etwas, das sich weder kaufen noch einfach produzieren lässt: Ein redaktioneller Bericht in einer Regionalzeitung, ein Interview in einem Fachmagazin oder ein Auftritt in einer TV-Sendung signalisiert, dass jemand anderes, also jemand ohne kommerzielles Interesse, dein Thema oder dein Unternehmen für relevant genug hält, darüber zu berichten.

Reichweite und Wirkung

Tages- und Wochenzeitungen, Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften, lokale TV-Sender erreichen täglich viele Millionen Menschen. Klassische Medien sind also nach wie vor da, sie werden gelesen, geschaut, weitergereicht. Für Unternehmen, die darin vorkommen, können sie langfristig wirksame Signale setzen. Auch Journalisten nutzen gern PR-Impulse, wenn sie relevant und gut aufbereitet sind.

Und, wichtig in Zeiten von KI, die Erwähnung in einem Medium bleibt online, sie kann gefunden werden, wird weiterzählt und kann in KI-gestützten Suchsystemen als Quelle auftauchen. Lohnt sich PR also wirklich für kleine Unternehmen? Eindeutig ja!

Verwendete Quellen

Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (agma)
Die agma ist ein Zusammenschluss von rund 200 Unternehmen der Werbe- und Medienwirtschaft und erhebt regelmäßig die Reichweiten von Zeitungen, Zeitschriften und weiteren Medien in Deutschland. Die ma 2026 Pressemedien I weist die Reichweiten von 136 Publikumszeitschriften aus und bildet den zentralen Reichweitenstandard für die deutsche Zeitschriftenlandschaft. 
www.agma-mmc.de

AGF Videoforschung GmbH
Die AGF Videoforschung ist die zentrale Instanz für die Messung von Fernsehreichweiten in Deutschland und erfasst regelmäßig Daten zur Nutzung linearer und non-linearer Bewegtbildangebote. Der hier verwendete Bericht zum Lokalfernsehen in Deutschland umfasst Daten zum vierten Quartal 2025 und zum Gesamtjahr 2025.
www.agf.de

Cision State of the Media Report 2026
Cision ist ein international tätiges Unternehmen für PR-Software und Medienkommunikation, das jährlich den State of the Media Report herausgibt. Für die Ausgabe 2026 wurden 1.899 Journalistinnen und Journalisten in 19 Märkten zu ihrer Arbeit, ihren Anforderungen an PR und ihrem Umgang mit KI befragt.
www.cision.com/de

Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.
Die IVW ist die unabhängige Kontrollorganisation für Auflagen- und Nutzungsdaten von Medien in Deutschland und legt quartalsweise die verbreiteten Auflagen von Tages- und Wochenzeitungen, Publikumszeitschriften und Fachzeitschriften offen. Die hier verwendeten Daten stammen aus der Quartalsausweisung für das erste Quartal 2026. 
www.ivw.eu

Muck Rack State of Journalism 2026
Muck Rack ist eine US-amerikanische PR-Softwareplattform, die- genauso wie Cision –  Kommunikationsprofis und Journalisten miteinander verbindet. Der State of Journalism 2026 basiert auf einer Befragung von 897 Journalistinnen und Journalisten, die zwischen dem 30. Januar und dem 02. März 2026 durchgeführt wurde. Die Studie erfasst, wie Journalisten arbeiten, wie sie PR-Pitches bewerten und welche Rolle soziale Medien und KI in ihrem Alltag spielen. Die Befragten kommen überwiegend aus den USA, mit zusätzlicher Beteiligung aus Großbritannien, Kanada und Indien. 
www.muckrack.com

Muck Rack What is AI Reading?
What is AI Reading? ist eine Analyse von Muck Rack, die untersucht, welche Quellen KI-Systeme wie ChatGPT, Google Gemini und Perplexity in ihren Antworten zitieren. Für die Ausgabe vom Dezember 2025 wurden mehr als eine Million Links aus KI-generierten Antworten ausgewertet. Die Studie analysiert, welche Medientypen, Plattformen und Inhalte von KI-Modellen bevorzugt werden und wie sich diese Muster zwischen Juli und Dezember 2025 verändert haben.

Reuters Institute for the Study of Journalism
Das Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford erforscht den globalen Wandel im Journalismus und bringt jährlich einen Trendreport auf Basis einer Befragung von Medien-Führungskräften weltweit heraus. Der hier verwendete Bericht Journalism, Media and Technology Trends and Predictions 2026 analysiert die wichtigsten Entwicklungen und Erwartungen für das Jahr 2026. 
https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/journalism-media-and-technology-trends-and-predictions

Semrush
Semrush ist eine international genutzte Plattform für digitales Marketing und SEO-Analyse, die unter anderem Daten zum organischen und bezahlten Traffic von Websites erfasst und auswertet. Die hier verwendeten Visit-Zahlen für deutsche Online-Portale stammen aus der Semrush-Datenbank und beziehen sich auf den Monat Februar 2026. 
www.semrush.com

Similarweb
Similarweb ist ein Anbieter von Web-Analytics-Daten und liefert Schätzwerte zur Nutzung von Websites weltweit auf Basis von Panel-Daten, ISP-Daten und weiteren Quellen. Die hier verwendeten Visit-Zahlen für deutsche Online-Portale stammen aus der Similarweb-Datenbank und beziehen sich auf den Monat Februar 2026. 
www.similarweb.com

FAQ

PR bringt kleinen Unternehmen, Soloselbstständigen und Freiberuflern redaktionelle Berichterstattung in Medien, die Millionen Menschen täglich nutzen. Anders als Werbung stammt diese Berichterstattung von unabhängigen Dritten, was ihr strukturell mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Redaktionelle Erwähnungen lassen sich weiterverwenden, bleiben online auffindbar und können in KI-Systemen wie ChatGPT oder Google als Quelle auftauchen. So wirkt PR wirkt weit über den Erscheinungstag hinaus.

Es sind Millionen, und das jeden Tag: Mehr als 45 Millionen Menschen in Deutschland lesen regelmäßig Zeitschriften, das sind fast zwei Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren (agma, ma 2026 Pressemedien I). Tageszeitungen sind ebenfalls nach wie vor tief im Alltag verankert, beispielsweise kommt die die Stuttgarter Zeitung/Nachrichten inkl. Nordschwarzwald-Zeitung auf rund 316.000 verbreitete Exemplare pro Ausgabe, überregionale Titel wie FAZ und Süddeutsche Zeitung zusammen auf über 420.000 (IVW, Q1, 2026).

Werbung ist bezahlte Kommunikation, die ein Unternehmen selbst kontrolliert. PR zielt darauf ab, dass unabhängige Redaktionen eigenständig über ein Unternehmen berichten. Dieser Unterschied ist entscheidend: Ein redaktioneller Bericht signalisiert, dass jemand ohne kommerzielles Interesse das Thema für relevant genug hält, darüber zu berichten. Das erzeugt ein Vertrauen, das Werbung nicht leisten kann.

Die Frage stellt sich in der Praxis kaum, weil viele große Online-Portale der digitale Auftritt eines Printprodukts sind: spiegel.de gehört zum Spiegel, focus.de zu Focus, zeit.de zur Zeit etc. Eine Beziehung zur Printredaktion führt häufig auch ins digitale Angebot. spiegel.de kommt auf rund 69,2 Millionen Visits pro Monat (Semrush, Februar 2026), während der gedruckte Spiegel rund 631.000 verbreitete Exemplare pro Ausgabe erreicht (IVW, Q1, 2026). Beide Kanäle haben ihre eigene Stärke: Print schafft Glaubwürdigkeit und Verweildauer, Online erzeugt dauerhafte Auffindbarkeit.

Bild von Autorin: Caroline Monteiro
Autorin: Caroline Monteiro

Caroline Monteiro ist PR-Beraterin und blickt auf über 20 Jahre journalistische Erfahrung in Print-, TV- und Online-Redaktionen zurück. Bis 2026 verband sie beide Tätigkeiten; heute widmet sie sich ausschließlich ihrer PR-Agentur. Mehr über die Autorin

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