Advertorials: Kosten, Inhalt, Risiken

Advertorial kosten sind hoch
Aktualisiert am 21. Februar 2026
  • Advertorials kosten mehr als Geld, weil Unternehmen neben dem Werbebudget auch ihre Glaubwürdigkeit, redaktionelle Unabhängigkeit und langfristige Markenwirkung einsetzen, wenn sie für veröffentlichte Inhalte bezahlen.

  • Zusätzlich entstehen indirekte Kosten durch Streuverluste, kurze Sichtbarkeit und fehlende nachhaltige Auffindbarkeit in Suchmaschinen.

Advertorials kosten viel Geld – und manchmal noch mehr. 
In diesem Beitrag schauen wir uns Ziele, Kosten und Risiken von Advertorials genauer an: Was sie erreichen wollen, welche rechtlichen Rahmenbedingungen sie haben und warum es keine gute Idee ist, sie als journalistische Berichterstattung auszugeben.

Advertorials: Kosten, Inhalte, Risiken, Alternativen

Was ist ein Advertorial?

Der Begriff Advertorial setzt sich zusammen aus dem Wort Advertisement (Anzeige) und dem Wort Editorial (Leitartikel). Advertorials sind also bezahlte Beiträge, die in Stil und Gestaltung stark einem redaktionellen Artikel ähneln. Advertorials erscheinen in gedruckten Medien ebenso wie Online.

Wie sieht ein Advertorial aus?

Ein Advertorial sieht auf den ersten Blick aus wie ein textlastiger Artikel des jeweiligen Mediums und folgt dessen Design. Meist sind Schriftart, Layout sowie die Struktur mit Dachzeile, Überschrift, Vorspann und Zwischenüberschriften genauso – oder sehr ähnlich – gestaltet wie in einem journalistischen Beitrag. Oben links oder rechts oder an der Seite steht klein und möglichst unauffällig der Hinweis „Anzeige“, „Sponsored Post“ oder „In Kooperation mit…“.

Was steht in einem Advertorial?

Der Inhalt eines Advertorials verknüpft PR und Werbung. Weil Advertorials Platz bieten, sind sie inhaltlich stärker redaktionell geprägt als klassische Anzeigen. Im Text können komplexere Inhalte, Storytelling und Argumente entwickelt werden, Botschaften werden so subtiler und fundierter platziert. Und das ohne die Abwehrreaktion, die offensichtliche Werbung hervorruft.

Muss ein Advertorial als Anzeige markiert sein?

Ja, ein Advertorial muss als Anzeige gekennzeichnet werden, weil das gesetzlich vorgeschrieben ist. In Deutschland darf Werbung nicht getarnt als redaktioneller Inhalt daherkommen. Wenn ein Text bezahlt, also werblich ist, muss der kommerzielle Zweck deutlich gemacht werden. Das geschieht durch Begriffe wie „Anzeige“, „Werbung“, „Advertorial“, „Sponsored Post“ oder „bezahlte Anzeige“, und zwar sichtbar und eindeutig.

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

Verbindlich geregelt ist dies in §5a Abs. 6 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.
Dort heißt es in allerfeinstem Juristendeutsch:
„Unlauter handelt, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern sich dieser nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.“

Ethische Verpflichtung im Pressekodex

Dazu kommt die ethische Selbstverpflichtung der Medien, die im Pressekodex des Deutschen Presserats formuliert ist.
Dort steht unter Ziffer 7:
„Bezahlte Veröffentlichungen, die aufgrund ihrer Gestaltung nicht sofort als Werbung erkennbar sind, müssen klar und eindeutig mit dem Wort ‚Anzeige‘ gekennzeichnet sein.“

Was ist das Ziel eines Advertorials?

Ein Advertorial soll einem Unternehmen vor allem eines bringen: Aufmerksamkeit in einem glaubwürdigen Umfeld, ohne die skeptische, distanzierte Haltung gegenüber einer Werbeanzeige hervorzurufen.

Subtile Werbung, scheinbar neutral

Die Werbebotschaft wird nicht mit Slogans und knalligen Farben plakativ präsentiert, sondern subtil in einen informativen, scheinbar neutralen Kontext eingebettet und wie ein journalistischer Bericht erzählt. Das suggeriert Lesern und Leserinnen Objektivität, obwohl tatsächlich ein klarer kommerzieller Zweck verfolgt wird.

PR, die Wirkung zeigt

Eine Frau fragt sich, was Advertorials kosten

Warum kaufen Unternehmen Advertorials?

Unternehmen buchen Advertorials weil damit ihre werblichen Inhalte- präsentiert in redaktioneller Optik – mehr Akzeptanz finden. Die Zielgruppe soll sich informiert fühlen, nicht beworben.

Unternehmen nutzen diese Form gezielt, um ihre Expertise zu betonen und ihr Image zu pflegen. Ansonsten verfolgt ein Advertorial dieselben Ziele wie jede andere Werbeform:

  • Sichtbarkeit steigern
  • Leads generieren,
  • Marke stärken.

Bist Du fit für die Medien?

Advertorials: Kosten in Spiegel, Zeit oder FAZ

Die Preise für ein Advertorial in bekannten großen Medien hängen von Format, Platzierung, Reichweite und Gestaltung ab. Konkrete Advertorial-Preise nennen die Verlage erst auf Anfrage, öffentlich einsehbar sind sie nicht.

Hier ungefähre Richtwerte, was Advertorials in fünf bundesweiten Medien kosten:

  • Der Spiegel: ab ca. 15.000 € (online), Print bis 80.000 €
  • FAZ: ab 20.000 €
  • Süddeutsche Zeitung: ab ca. 25.000 €
  • Die Zeit: auf Anfrage, meist ab 30.000 €
  • Stern: ab ca. 10.000 € für Online-Advertorials


Hinweis: Die hier angegebenen Preise basieren auf Recherchen im offenen Internet, sind also weder verbindlich noch exakt, sondern können nur als Richtwerte gelten.

Warum sind Advertorials so teuer?

Advertorials sind so teuer, weil sie (relativ viel) Platz in etablierten Medien kaufen. Oftmals werden bestimmte Reichweiten garantiert, dazu kommen die Produktionskosten und die Kosten für anschließende Reportings. 

Deine perfekte Pressemitteilung

Wann ist ein Advertorial sinnvoll?

Ein Advertorial lohnt sich, wenn ein Unternehmen eine klar definierte Zielgruppe in einem bestimmten Medium unmittelbar erreichen möchte und bereit ist, für garantierte Platzierung sowie Sichtbarkeit ein Media Budget einzusetzen.
Sinnvoll kann ein Advertorial zum Beispiel bei zeitkritischen Themen wie Produkteinführungen, Aktionen oder Events sein, bei denen Reichweite zu einem festen Zeitpunkt wichtiger ist als langfristige Auffindbarkeit. 

Lohnt sich ein Advertorial für Soloselbstständige?

Meine Meinung dazu: Eher nicht. Denn selbst wenn Du das nötige Budget aufbringen kannst, stellt sich die Frage: Was bewirkt dieser Beitrag und wie wird er wahrgenommen?

Viele deiner potenziellen Kundinnen erkennen heute sehr genau, ob ein Beitrag journalistisch entstanden ist oder ein gekaufter PR-Bericht ist. Denn Advertorials wirken oft zu glatt, zu positiv, zu einseitig. Sie bauen kein Vertrauen auf, sondern erwecken eher den Eindruck: „Ah, wieder jemand, der sich in die Presse eingekauft hat.“

Darf ich ein Advertorial auf meiner Presseseite abbilden?

Ja, das darfst Du. ABER: Nur mit dem deutlichen Hinweis, dass es sich um Werbung handelt.
Warum ist da so? Weil laut Wettbewerbsrecht §5a UWG (s. o.) Werbung nicht als redaktioneller Beitrag getarnt sein darf.

Das bedeutet: Wenn Du auf deiner Webseite  einen bezahlten Artikel als Pressebericht präsentierst, ohne den Hinweis, dass es sich um eine bezahlte Veröffentlichung handelt, bewegst Du dich rechtlich auf sehr dünnem Eis.

Was du also NICHT tun solltest:

  • Advertorials unter „Presse“ verlinken, ohne sie als Anzeige zu kennzeichnen.
  • Logos großer Medien als Beweis für Reichweite verwenden, obwohl Du dafür bezahlt hast.
  • So tun, als hätte eine Redaktion unabhängig über dich berichtet
Ein Lautsprecher Advertorial kosten

Advertorial Risiken

  • Schaden für das Markenimage
    Wenn Du regelmäßig Advertorials kaufst, wirst Du als Absender bezahlter Berichterstattung abgestempelt. Das beschädigt dein Markenimage.
  • Vertrauensverlust
    Besonders kritisch sind Advertorials in Branchen, in denen Expertise und Glaubwürdigkeit die Kaufentscheidung beeinflussen, etwa bei Beratungsleistungen, Finanzthemen oder Gesundheitsangeboten, weil hier Vertrauen häufig wichtiger ist als Reichweite.
  • Negative Reaktionen in sozialen Medien
    Bezahlte Lobhudelei und Schleichwerbung kann viral gehen und dir einen Shitstorm bescheren.
  • Imageverlust durch unpassendes Umfeld
    Wird das Advertorial in einem fragwürdigen Medium veröffentlicht, kann das negativ auf dein Unternehmen abfärben.
  • Kritik bei Präsentation auf der Presseseite
    Wenn Advertorials auf deiner Webseite als vermeintlich journalistische Artikel erscheinen und mit dem Logo des Mediums versehen sind, wirkt das unseriös und irreführend und kann als bewusste Täuschung ausgelegt werden.
  • Image-Schaden durch Intransparenz
    Wenn Du bezahlte Inhalte als neutrale Berichterstattung ausgibst, wirkt das manipulativ und unaufrichtig. Es kann dein Expertenimage belasten, falls ein Eindruck von „gekaufter Berichterstattung“ entsteht.

Advertorial vs. Pressearbeit: Was ist besser?

Die Antwort ist kurz und einfach: Ein Advertorial bekommst Du, weil Du es bezahlst. Einen redaktionellen Beitrag bekommst Du, weil dein Thema überzeugt. Was, denkst Du, kommt bei potenziellen Kundinnen besser an? Dass Du viel Geld für teure Werbung ausgibst? Oder dass Journalistinnen dein Business berichtenswert finden?

Unterschiede zwischen Advertorials und PR

 

KriteriumAdvertorialPR 
FinanzierungVeröffentlichung erfolgt gegen Bezahlung eines festen Media Budgets, Platzierung und Umfang planbarEs wird kein Media Budget für die Veröffentlichung gezahlt, sondern in Strategie, Inhalte und Pressearbeit investiert
Kontrolle über InhalteInhalte werden vom Unternehmen gesteuert und vor Veröffentlichung freigegebenRedaktion entscheidet über Auswahl, Perspektive und Länge
KennzeichnungAls Anzeige oder gesponserter Beitrag gekennzeichnet, werblicher Charakter ist erkennbarAls redaktioneller Beitrag veröffentlicht
GlaubwürdigkeitWird häufig als bezahlte Kommunikation wahrgenommen, Vertrauen ist begrenztProfitiert vom Image  des Mediums, da Veröffentlichung nicht gekauft, sondern redaktionell begründet ist
ReichweiteReichweite ist kalkulierbar und an das gebuchte Medium gebundenReichweite hängt von Medium, dem Nachrichtenwert und möglicher Weiterverbreitung ab
NachhaltigkeitSichtbarkeit ist meist zeitlich begrenzt und an die Laufzeit der Buchung gekoppeltBeiträge können langfristig auffindbar bleiben 
Strategisches ZielKurzfristige Aufmerksamkeit, Produktkommunikation,  KampagnenunterstützungLangfristiger Vertrauensaufbau, Expertenpositionierung, Reputation

Welche Alternativen zu Advertorials gibt es?

Fazit: Advertorials kosten Geld, lohnen sich aber selten

Advertorials kosten Geld, Reichweite und unter Umständen Glaubwürdigkeit, während PR auf redaktionelle Relevanz und langfristige Sichtbarkeit setzt.
Wenn Du kurzfristige Aufmerksamkeit willst und bereit bist, dafür zu zahlen, kann ein Advertorial ein Baustein für deine Sichtbarkeitsstrategie sein. Es ist aber kein Ersatz für echte PR.
Denn wenn Du Vertrauen aufbauen will, brauchst Du Glaubwürdigkeit. Und die entsteht nicht durch bezahlte Platzierungen, sondern durch relevante Themen, klare Haltung und echtes Interesse von Journalistinnen.

FAQ

Ein Advertorial ist eine Sonderform von Werbung, die wie ein redaktioneller Beitrag gestaltet ist, aber gegen Bezahlung erstellt und veröffentlicht wird. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern advertisement (Anzeige) und editorial (redaktioneller Beitrag) zusammen und beschreibt damit die Verbindung von Werbung und Journalismus.

Advertorials brauchen eine Kennzeichnung, weil sie bezahlte Inhalte sind und für Leser klar als Werbung erkennbar sein müssen, etwa durch Begriffe wie „Anzeige , „Werbung oder „bezahlter Beitrag . Die Kennzeichnungspflicht gilt unabhängig vom Medium und betrifft sowohl Print- als auch Onlineveröffentlichungen. Auch bei der Darstellung eines Advertorials auf einer Presseseite muss deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um unabhängige redaktionelle Berichterstattung handelt.

Der Inhalt eines Advertorials verbindet informative Inhalte mit Marketingzielen, es ist also Werbung in redaktioneller Form. Der längere Textteil des Advertorials, der der wie ein journalistischer Beitrag formuliert sein kann, soll ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Botschaft im Sinne des Auftraggebers positionieren.

Die Preise für Advertorials in Deutschland beginnen je nach Medium, Reichweite und Platzierung bei ca. 500 Euro und können bis zu 30.000 Euro und mehr erreichen. Einflussfaktoren sind z. B. Laufzeit, Sichtbarkeit, Umfang des Beitrags und mögliche Zusatzleistungen wie dofollow-Links. Medienunternehmen nennen konkrete Preise in der Regel nicht öffentlich, sondern nur auf Anfrage.

Klassische Werbung ist eindeutig als Anzeige gekennzeichnet, Native Advertising und Advertorials sind werbliche Inhalte im redaktionellen Umfeld, wobei Advertorials in der Regel vollständig bezahlt und inhaltlich vom Unternehmen gesteuert werden.

Dein Mittagessen mit PR-Faktor

Trage Dich hier ein und komme zum Lunch & Learn.

Einverständniserklärung

Meine E-Mails erreichen Dich über ActiveCampaign. Mit dem Absenden Deiner E-Mail erklärst Du Dich mit meiner Datenschutzerklärung einverstanden. Eine Abmeldung ist jederzeit mit einem Klick möglich.